Grün-OPTI-Akteurskonferenz

Forschungsvorhaben „Grün-OPTI“ - Akteurskonferenz

Witzenhausen. Am 14. März 2017 fand auf Einladung des Witzenhausen-Instituts eine Akteurskoferenz zum Forschungsvorhaben „Optimierung der Erfassung, Aufbereitung und stofflich-energetischen Verwertung von Grüngut in Deutschland (Grün-OPTI)“ statt. Gegenstand dieses Forschungsvorhabens sind die Fragestellungen nach verfügbaren Potenzialen an Grüngut, wie diese erfasst werden können, welche Aufbereitungs- und Verwertungstechniken für eine stofflich-energetische Nutzung angewendet werden und wie eine Optimierung der gesamten Wertschöpfungskette aussehen könnte. Gefördert wird das Projekt durch das Bundeswirtschaftsministerium über den Projektträger Jülich. Das Deutsche Biomasseforschungszentrum (DBFZ) begleitet das Vorhaben wissenschaftlich.

Vertreter aus Ministerium/Fachbehörde, Wissenschaft, öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern (örE), Verbänden, der Aufbereitungstechnik sowie aus der stofflichen und energetischen Verwertung diskutierten über die Ziele und Inhalte des Vorhabens. Die Akteurskonferenz trug dazu bei, andere Sichtweisen einzuholen, Informationen und Erfahrungen auszutauschen, eine Verzahnung mit der Praxis und der Politik zu gewährleisten sowie durch die anwesenden Experten eine Qualitätssicherung des Vorhabens zu erreichen.

„Die Wärmewende ist bislang nur ein Stiefkind der Energiewende und braucht Biomasse aus Rest- und Abfallstoffen, um sich mit hoher Akzeptanz weiterentwicklen zu können“, so Thomas Raussen, Geschäftsführer des Witzenhausen-Instituts in seinem Einführungsvortrag. Alllerdings sei die Marktlage für Brennstoffe aus Grüngut zurzeit eher ungünstig, was zum einen an mehreren milden Wintern und damit verbundenen vollen Brennstrofflagern und zum anderen am niedrigen Ölpreis liege. Nichtsdestotrotz gebe es im Bereich der Grünguterfassung und -verwertung noch großen Handlungsbedarf, auch um die gesetzliche Pflicht zur Getrenntrerfassung von Bioabfällen zu erfüllen.

Bei der Vorstellung der Arbeitsbereiche des Mitte 2016 begonnenen und noch bis Frühjahr 2018 laufenden Vorhabens wurden viele Details diskutiert und z. T. auch unterschiedliche Sichtweisen vorgetragen. Thematisiert wurde zunächst die bislang unzureichende Ausschöpfung der Potenziale von Garten- und Parkabfällen (Grüngut) für eine hochwertige Verwertung zu Komposten (stofflich) und Brennstoffen (energetisch). Mit Blick auf das theoretische Potenzial von Grüngut wurden große Defizite in Bezug auf die verfügbaren Datengrundlagen festgestellt. Zum einen herrscht bundesweit kein einheitliches Datenerfassungssystem für getrennt erfasstes Grüngut im Rahmen der Abfallsammlung, zum anderen verbleiben große Mengen an Grüngut zur Eigenkompostierung und Verbrennung im eigenen Haushalt oder werden illegal entsorgt. Die anwesenden Fachleute waren sich einig, dass gerade in Bezug auf die Erfassung des Brennstoffanteils und die damit verbundene Unterscheidung zwischen halm- und holzartiger Biomasse im Grüngut Handlungsbedarf besteht.

Weiterhin wurde vorgestellt, wie im Vorhaben die gegenwärtigen Entsorgungssysteme der 387 öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger in Deutschland dokumentiert und Erfolgskriterien für hohe Erfassungsleistungen herausgearbeitet werden. Für eine energetische Verwertung der holzigen Grüngutbestandteile ist eine hohe Qualität dieser Brennstoffraktion unerlässlich bestätigten sowohl die anwesenden Vertreter der örE als auch die Vertreter aus dem Bereich der Biomasseheizkraftwerke. Um Einflüsse auf die Qualität zu untersuchen werden im Vorhaben umfangreiche Praxisversuche mit drei örE durchgeführt.

Die Ergebnisse der unterschiedlichen Arbeitspakete des Vorhabens sollen schließlich in Form von beispielhaften Grüngut-Wertschöpfungsketten mit unterschiedlichen Schwerpunkten zusammengeführt werden. Auf die Ergebnisse, die im Frühjahr 2018 vorgestellt werden sollen, sei man schon sehr gespannt, wie der Vertreter des Bundesumweltministeriums betonte.

v.l.n.r. unten: Sabrina Kruse (W-I), Melanie Kaadekildeholm (Brüning Megawatt), Heiko Neben (HN Services), Bastian Wald (EC Bioenergie Heidelberg), Dr. Michael Kern (W-I), Peter Volk (Zweckverband Abfallwirtschaft Kreis Bergstraße), Marion Bieker (Humus- und Erdenkontor), Angela Gröber (DBFZ)

v.l.n.r. oben: Dr. Felix Richter (W-I), Michael Schneider (VHE), Christian Hüwel (Komptech), Stephan Dreyer (BMUB), Dr. Thorsten Schauß (Abfallwirtschaftsbetrieb des Wetteraukreises), Dr. Hubert Seier (VKU), Thomas Raussen (W-I), Tim Hermann (UBA), Dietmar Eberlein (Zweckverband Abfallwirtschaft Kreis Bergstraße)